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Klein von Diepold stammt aus einer künstlerisch begabten Familie. Der aus Elberfeld gebürtige Vater Friedrich Emil Klein war Historien- und Porträtmaler, die Mutter Ada von Diepold schrieb Gedichte. Von den sieben Geschwistern Julian Klein von Diepolds wurden zwei seiner Brüder, Leo und Maximilian, ebenfalls Maler. Ein älterer Bruder, Rudolf, wurde Kunstkritiker.Bald nach der Geburt Julians zog die Familie für kurze Zeit nach Köln, anschließend auf die Wilhelmshöhe bei Kassel. 1873 wurde sie in Düsseldorf seßhaft. Hier erhielt Julian Klein von Diepold den ersten Unterricht im Malen bei seinem Vater. Ab 1886 studierte er zwei Jahre an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Hugo Crola und Peter Janssen. Weitere Anregungen erhielt Klein von Diepold in Düsseldorf von Johann Wilhelm Schirmer. Bereits in seiner Düsseldorfer Zeit hatte der Künstler eine Vorliebe für Landschaftsstudien. 1888 wechselte Klein von Diepold an die Akademie für Schöne Künste in Antwerpen über. Dort besuchte er 1888-91 Zeichenklassen, in denen nach antiken und lebenden Modellen gearbeitet wurde. 1890/91 nahm er an einem Bildhauerkurs teil. An der Akademie war Klein von Diepold Schüler von Charles Verlat. Später wurde er Meisterschüler von Juliaan de Vriendt. Unter dessen Anleitung schuf er seit 1892/93 eigenständige Gemälde. Von Antwerpen aus unternahm Klein von Diepold zahlreiche Reisen durch Belgien und nach Frankreich. So wurde er mit der älteren flämischen und niederländischen Kunst vertraut sowie mit der zeitgenössischen Malerei. Er fand Gelegenheit, Werke von Vincent van Gogh, Jozef Israels, Gustave Courbet, Jean Fran‡ois Millet und der Schule von Barbizon zu studieren. Seit 1893 unterhielt Klein von Diepold ein eigenes Atelier in Antwerpen. In demselben Jahr wurde er mit dem Preis der Akademie ausgezeichnet. Seine ersten eigenständigen Werke erinnern an niederländische Genreszenen des 17. Jahrhunderts und an Werke von Jozef Israels. Gelegentlich lassen sich auch symbolistische Züge nachweisen.1893 reiste der Künstler nach Italien, an die Riviera und nach Florenz. In Florenz versuchte er sich ein halbes Jahr lang in der Bildhauerkunst. 1894 hielt er sich zu Studienzwecken in Paris auf, wo die Kunst des französischen Impressionismus eine große Anziehungskraft auf ihn ausübte. 1895 zog Klein von Diepold erneut an die Riviera. 1896 heiratete er die Italienerin Ida Bianchi, Tochter eines Ingenieurs, und siedelte nach Rom über. Zwei Kinder, Maria und Helmut, gingen aus dieser Ehe hervor. Zwischen 1903 und 1914 unternahm Klein von Diepold zahlreiche Reisen und veränderte häufig seinen Wohnsitz. So ging er zunächst nach Antwerpen und lebte dann einige Zeit im Taunus. Von dort aus leitete er ein Schüleratelier in Frankfurt am Main. 1909 richtete er sich in Berlin ein Atelier ein. Bereits 1910 ist der Künstler wieder an der Riviera anzutreffen, in der Nähe von Genua. Dort hielt er sich zusammen mit seiner Familie bis 1914 auf. Kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs kehrte Klein von Diepold nach Berlin zurück. Hier hatte er Gelegenheit, mit dem sogenannten deutschen Impressionismus vertraut zu werden. Die Kunst Liebermanns, Leistikows, Slevogts und Corinths beeindruckte ihn nachhaltig. In Berlin nahm er an den Ausstellungen der Freien Secession 1916 und 1918 teil.Eine entscheidende Wendung trat im Leben des Künstlers 1919 ein, als er einer Einladung nach Ostfriesland folgte. Die ostfriesische Landschaft, die ihn an Flandern erinnerte, faszinierte ihn so sehr, daß er zwar das Berliner Atelier beibehielt, aber oft zum Malen nach Ostfriesland kam. 1923 lebte er ein Jahr lang in Mansie bei Westerstede. Nach der Scheidung von seiner ersten Frau heiratete Klein von Diepold 1925 die Ostfriesin Margarethe Iderhoff. Mit ihr hatte er einen weiteren Sohn, Manfred, der später Bildhauer wurde. Klein von Diepold zog mit seiner zweiten Frau nach Norderney, wo er bis zu seinem Tode lebte. 1936 wurde ihm von der Ostfriesischen Landschaft das Indigenat verliehen. Im Sommer arbeitete der Künstler meist in Ostfriesland, und im Winter hielt er sich zum Malen entweder in Italien oder in Berlin auf. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Berliner Atelier und damit auch eine große Zahl seiner Gemälde zerstört.Die Werke Klein von Diepolds wurden nicht nur in Berlin und Ostfriesland ausgestellt, sondern z. B. auch in Aachen und Bonn sowie 1941 in Hamburg. Im Herbst 1991 fand im Landesmuseum Oldenburg eine Ausstellung von Arbeiten des Künstlers statt, in der überwiegend ostfriesische und italienische Landschaftsdarstellungen gezeigt wurden.Julian Klein von Diepold malte überwiegend Landschaften. Daneben entstanden Porträts, einige Stilleben sowie Genreszenen. Bevorzugte Technik des Künstlers war die (tm)lmalerei. Ferner schuf er Landschaftsdarstellungen in Aquarelltechnik, Figuren- und Landschaftsstudien in Kreide, Kohle, Rötel oder Bleistift und Porträts in Pastell. Im weiteren existieren Lithographien und Radierungen von seiner Hand.Zeit seines Lebens beschäftigten Klein von Diepold zwei ganz unterschiedliche Landschaftstypen, die italienische und die ostfriesische. In Italien war es die glühend heiße Mittelmeersonne, die zu einem bestimmenden Faktor in seinen Gemälden wurde. In Ostfriesland war es die klare, kühle atmosphärische Stimmung, die den Künstler faszinierte und die er mit großem Können in seinen Gemälden festhielt. Klein von Diepold liebte die Sonne. So sind auch die ostfriesischen Landschaften zumeist sonnendurchflutet. Selten weisen seine Werke eine etwas trübere Stimmung auf. Es ist Klein von Diepolds Verdienst, das Charakteristische dieser Landschaft erfaßt zu haben. Neben der Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Licht- und Luftverhältnissen und den Helldunkelkontrasten fesselte ihn besonders das wechselnde Erscheinungsbild des Wassers. Sowohl bei den italienischen wie auch bei den ostfriesischen Landschaften spielte die Darstellung des Wassers mit den Lichtreflexen und den Spiegelungen der Landschaft eine entscheidende Rolle. In kaum zu übertreffender Manier gab Klein von Diepold die Trugbilder auf der Wasseroberfläche wieder. In der Wahl seiner Motive, in der intensiven Beschäftigung mit dem Licht und der Darstellung der Luft sowie des Wassers zeigt sich Klein von Diepold deutlich den Impressionisten verbunden, die die flüchtige Erscheinung des Lichtes zu gestalten suchten. Die ständig wechselnden Lichtverhältnisse waren der Grund für die flüchtige Malweise der Impressionisten, denen die exakte Abbildung der Gegenstände an sich unwichtig war. Die leuchtende, kräftige Farbigkeit Klein von Diepolds erinnert an Werke van Goghs. In der Pinselführung hingegen wirkt er geradezu expressiv. Parallelen zu Corinth werden hier deutlich. Klein von Diepold trug die Farbe dick mit dem Spachtel auf, wodurch er eine lebhafte Oberflächenwirkung erzielte. Erst im Alterswerk wird die Malweise glatter und beruhigter. Klein von Diepold hat von verschiedenen Künstlern und Kunstströmungen Anregungen erhalten, entwickelte aber dennoch einen eigenen Stil.WerkeAurich, Ostfriesische Landschaft; Emden, Kunsthalle und Landesmuseum; München, Privatbesitz; Norden, Kreis- und Stadtsparkasse; Oldenburg, Landesmuseum.LiteraturDBA N.F.; ThB 20, S. 450; Otto von R i t g e n, Julian Klein von Diepold und Ostfriesland, in: Velhagen und Klasings Monatshefte 36, 1921/22, S. 73-81; Karl M a e r t i n, Julian Klein von Diepold, der Maler Ostfrieslands, in: Ostdeutsche Monatshefte 12, 1931, S. 341-349; Ernst Adolf D r e y e r, Julian Klein von Diepold, in: Niederdeutsche Monatshefte 7, 1932, S. 10-14; d e r s., Julian Klein von Diepold, Oldenburg 1935; C. H. C a s s e n s, Julian Klein von Diepold, in: Jahrbuch der Ges. für bildende Kunst und vaterländ. Altertümer zu Emden 29, 1949, S. 91-93; Berend de V r i e s, Julian Klein von Diepold, in: Ostfreesland. Ein Kalender für Jedermann 32, 1949, S. 97-98; Heinz R a m m, Julian Klein von Diepold, in: Ostfriesland. Zeitschrift für Kultur, Wirtschaft und Verkehr, 1968, H. 4, S. 13-15; Hans W o h l t m a n n, Der Maler Julian Klein von Diepold, in: Jahrbuch der Ges. für bildende Kunst und vaterländ. Altertümer zu Emden 33, 1953, S. 105-114 (Portr.); Gerhard W i e t e k, 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, Oldenburg 1986; Julian Klein von Diepold. 1868-1947. Landschaften, Porträts, Stilleben. Ausstellung Landesmuseum Oldenburg, Oldenburg 1991.PorträtSelbstbildnis, 1917, (tm)l/Leinw. Privatbesitz München; Photographien in der Landschaftsbibliothek, Aurich.
Angelika Lasius
Wer weiß mehr ? Email: johann.holstein@ewetel.net
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