DÖNSELMANN, Karl

geb. 17.12.1902 Hagenah, Kreis Stade

gest. 2.6.1984, Hildesheim

luth., später konfessionslos

Maler, Kunstpädagoge

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Der Vater Karl Dönselmanns war Lehrer und Kantor, er hatte bald nach der Geburt des Sohnes eine Stelle an der Grundschule in Osterbruch bei Cuxhaven gefunden. Der junge Karl Dönselmann erfuhr in der Küstenlandschaft prägende Eindrücke, dies belegen die im künstlerischen Werk immer wieder gestalteten maritimen Themen. Nach dem Abschluß der Realschule in Otterndorf besuchte Karl Dönselmann ab 1920 das Lehrerseminar in Stade, wo er 1923 die Lehrerprüfung ablegte. Danach folgte eine künstlerische Ausbildung in der Klasse für angewandte Graphik der Staatlichen Kunstgewerbeschule in Hamburg bei den Lehrern Titze und Behnke. In Berlin setzte er 1925/26 an der Kunsthochschule seine Studien bei Hasler und Reifferscheid fort und legte hier 1926 seine Zeichenlehrerprüfung ab. Von 1927 bis 1942 war er als Oberschullehrer in Goldberg, Schlesien, tätig, gleichzeitig malte er und trat mit seinem künstlerischen Werk in der (tm)ffentlichkeit hervor. Eine erste Einzelausstellung fand 1937 im schlesischen Liegnitz statt, an Gruppenausstellungen der Regionen Schlesien bzw. Niederschlesien nahm Dönselmann teil. Das Museum in Breslau und die Städte Breslau und Liegnitz kauften Arbeiten des Künstlers an, 1941 wurde er für den schlesischen Kunstpreis vorgeschlagen. Von 1942 bis 1945 war Dönselmann Kriegsteilnehmer in Polen und Rußland. Alle Arbeiten gingen 1945 verloren. Nach einer halbjährigen russischen Kriegsgefangenschaft fand der Neubeginn im Lehrerberuf und in der künstlerischen Arbeit im ostfriesischen Aurich statt, hier trat Karl Dönselmann eine Lehrerstelle an der Staatlichen Oberschule für Jungen (später Gymnasium Ulricianum) an. In Erinnerung an seine Kindheit und Jugend hatte er sich eine Stelle in Küstennähe gesucht.In den Auricher Jahren entwickelte Dönselmann eine eigene Bildsprache, die im Kontext des künstlerischen Neubeginns in der jungen Bundesrepublik gesehen werden muß: Seine landschaftsbezogenen Motive, auch seine Figurendarstellungen verdichtete und abstrahierte er mehr und mehr zu flächenbetonten, von kräftigen Liniengerüsten bestimmten Kompositionen. Ausgehend von der Temperamalerei erfand er für sich als graphische Technik eine Kombination aus Holzschnitt und farbiger Monotypie, die optimal den künstlerischen Intentionen seiner Auricher Zeit entsprach. Mit diesen farbigen Holzschnitten bestritt Dönselmann 1953 eine Einzelausstellung in Oldenburg. Die Arbeiten fanden auch überregional Anerkennung, etwa in der großen, 1955 von der Kestnergesellschaft in Hannover organisierten Wanderausstellung "Farbige Graphik", die in 38 Städten der Bundesrepublik und der Schweiz gezeigt wurde. Die Entscheidung, nach Ostfriesland zu gehen, hat Dönselmann bald bereut, da seine Ausstellungsaktivitäten sich eher nach Oldenburg und vor allem nach der Landeshauptstadt Hannover hin orientierten. Seine Kontakte zum Kunstverein Hannover datierten noch aus der schlesischen Zeit. In den ersten Ausstellungen der Nachkriegsjahre in Hannover war er regelmäßig vertreten, bei der Ausstellung des Bundes Bildender Künstler 1948 fungierte er als Jurymitglied, im gleichen Jahr war er Gründungsmitglied der "Niedersächsischen Sezession". Von den ostfriesischen Künstlerkollegen der ersten Nachkriegsjahre fand nur Hans Trimborn eine solche überregionale Beachtung. Im Kreis der ostfriesischen Künstlerkollegen, meist Autodidakten, mit denen er in der regionalen Gruppe des Bundes Bildender Künstler zusammenarbeitete und ausstellte, genoß Dönselmann große Achtung. Sein Einfluß auf Herbert Dunkel und andere bezüglich einer (tm)ffnung gegenüber zeitgemäßen künstlerischen Ausdrucksformen darf nicht unterschätzt werden.In der jungen Malerin Elisabeth Hauptmann aus Spiekeroog fand Karl Dönselmann seine Ehefrau, die beiden heirateten 1951. Zum Frühjahr 1954 erfolgte die Versetzung Dönselmanns nach Hildesheim an das Staatliche Gymnasium Andreanum. Nach dem Weggang aus Ostfriesland verlagerte sich der Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit Karl Dönselmanns auf die Malerei. Eine wichtige Werkgruppe zeigt Reiseeindrücke von jugoslawischen Felsküsten. Von 1974 bis 1980 unterhielt Dönselmann ein Atelier in Berlin, hier enstanden Pastellbilder, meist Stilleben. Karl Dönselmann starb in Hildesheim am 2. Juni 1984.Werke: Nachlaß bei Elisabeth Dönselmann, Hildesheim, hier auch Porträts; Kunsthalle in Emden, Stiftung Henri und Eske Nannen; Privatbesitz.Literatur: Gerhard F i n c k h, Jost G a l l e, Dunkel, Trimborn, Dönselmann. Ostfriesland und die Kunst des 20. Jahrhunderts, Emden 1988 (Katalog) (Portr.)


von Jost Galle



Lit.: lt. Sammlung
Dr. Warner Berghaus – Bremen, 1984

Wer weiß mehr ? Email: johann.holstein@ewetel.net
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