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DUNKEL, Herbert geb. 14.11.1906 Berlin gest. 8.12.1966 Norden |
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| ev Maler, Kunstpädagoge |
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In einer autobiographischen Notiz betont Herbert Dunkel im Rückblick auf seine Kindheit und Jugend den "engsten Kontakt mit der Kunst". Sein Vater war Stadtarchitekt und Kustos am Märkischen Museum in Berlin und als solcher auch mit archäologischen Ausgrabungen befaßt. Der Sohn wurde in die Arbeit einbezogen und in die Atmosphäre des Museums: er zeichnete Fundstücke und Ausstellungsobjekte, er nahm teil an den kunst- und kulturhistorischen Vortragsveranstaltungen, er lernte Wissenschaftler und Künstler kennen (z.B. Max Liebermann), er war auch zu Hause in den anderen Berliner Museen. Diese prägenden Einflüsse führten zu dem Berufswunsch "Maler", ein Wunsch, der sich vorerst nicht erfüllen sollte: Das Köllnische Gymnasium verließ Dunkel 17jährig ohne Abiturabschluß, er absolvierte eine technische Lehre und besuchte danach eine höhere technische Lehranstalt. Ab 1929 folgten künstlerische Studien an der Kunstgewerbeschule und in Volkshochschulkursen. Mit wenig Erfolg versuchte er im künstlerischen Bereich beruflich Fuß zu fassen als freischaffender Maler, Illustrator und Bühnenbildner. Auch als Bauarbeiter mußte er sein Auskommen finden, zeitweise war er arbeitslos. 1934 fand Herbert Dunkel eine Anstellung in seinem erlernten Beruf als Techniker bei der Firma Siemens, eine Stellung, die er bis zum Kriegsende 1945 innehatte und die ihm wegen der Bedeutung für die Rüstung den Wehrdienst ersparte. In der Kriegszeit führte er nebenberuflich die künstlerische Tätigkeit fort, als Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste nahm er auch an Ausstellungen teil. Die erste Einzelausstellung bestritt er 1942 in Berlin mit ostfriesischen Motiven: Inzwischen war er mit der Norderin Hanna von Stipriaan verheiratet. Alle Bilder gingen 1943 verloren, als seine Berliner Wohnung ausgebombt wurde.Nach fünfmonatiger russischer Kriegsgefangenschaft, in der er sich als Porträtist hervortat, kam Dunkel 1945 nach Norden in Ostfriesland, um hier den Neuanfang als freischaffender Künstler zu wagen und seinen Jugendtraum zu verwirklichen. Der künstlerische Neuanfang war gekennzeichnet durch die Arbeit an Bildzyklen wie "Ich male die Marsch" (Titel der ersten Ausstellung in Norden 1945), "Eine Hafenstadt nach dem Kriege" (Bremerhaven), "Der Emder Hafen", "Die Nordseewerke". Wie schon in der russischen Kriegsgefangenschaft kam Dunkel seine Beweglichkeit und Kontaktfreudigkeit zugute, er fand Förderung durch die U.S.-Militärregierung in Bremerhaven sowie durch Emder Wirtschaftskreise. Ab 1951 datieren die Verbindungen nach Amsterdam zur dortigen avantgardistischen Kunstszene, repräsentiert durch die Galerie Le Canard, in der auch Künstler der Gruppe COBRA ausstellten. Zu Anton Rooskens, dem ältesten COBRA-Künstler entstand eine freundschaftliche Beziehung. In den fünfziger Jahren stellte Dunkel außer in Amsterdam auch in Delfzijl, Groningen, Winschoten, Arnhem, Leeuwarden und Den Haag aus, umgekehrt organisierte er Ausstellungen niederländischer Künstler in Ostfriesland. Im Jahr 1954 fand Herbert Dunkel eine Anstellung am Gymnasium Ulricianum in Aurich als Lehrer für das Fach Kunst; auch im Bereich der Erwachsenenbildung, an der Deutsch-Niederländischen Heimvolkshochschule in Aurich, wurde er tätig. Im gleichen Jahr 1954 wurde er der Sprecher der ostfriesischen Künstler, indem er den Vorsitz der regionalen Gruppe des Bundes Bildender Künstler (BBK) übernahm - als Nachfolger von Fritz Büschelberger. In die Diskussion um die "Moderne Kunst" mischte er sich aktiv ein, z.B. durch Zeitungsbeiträge; so benutzte er für mehrere Beiträge in den "Ostfriesischen Nachrichten" 1964 das Pseudonym Pia Fraus. Für seine Kunst holte sich Herbert Dunkel Anregungen auf größeren Reisen: Norwegen 1952, Island 1955, Afrika 1960/61.Die künstlerische Arbeit Herbert Dunkels erreicht nach eher konventionellem Beginn des Autodidakten ihren Höhepunkt in der ungegenständlichen oder durch freie Figuration geprägten Malerei, die deutlich die Einflüsse der Gruppe COBRA spüren läßt. Sein Eintreten für die zeitgenössische Kunst, seine Aktivitäten, vor allem im Austausch mit den Niederlanden, haben für das Kunstleben im Ostfriesland der Nachkriegszeit starke Impulse gesetzt.Werke (in öffentlichem Besitz und größere Auftragsarbeiten): Kunsthalle in Emden/Stiftung Henri und Eske Nannen; Gymnasium Ulricianum Aurich; Deutsch-Niederländische Heimvolkshochschule Aurich; Arbeitsamt Leer; Volkshochschule Leer; Arbeitsamt Leer; Gewerkschaftshaus Wilhelmshaven.Quellen: Von Herbert Dunkel angelegte, chronologisch geordnete Materialsammlung: Briefe, Notizen, Presseberichte, Einladungskarten zu Ausstellungen, Fotos, darunter auch Porträts aus verschiedenen Lebensphasen usw. (Kunsthalle in Emden/Stiftung Henri und Eske Nannen).Literatur: Gerhard F i n c k h, Jost G a l l e, Dunkel, Trimborn, Dönselmann. Ostfriesland und die Kunst des 20. Jahrhunderts, Emden 1988 (Katalog) (Portr.); Heiko J ö r n, Herbert Dunkel 1906-1966. Katalog der Ausstellung zum 50jährigen Jubiläum des BBK in Ostfriesland, Leer 1996 (Portr.) Jost Galle 12.11.2006 11.02.2007 Herbert Dunkel-Retrospektive. Farbe, Form und Rhythmus 2006 jähren sich der 100. Geburtstag und 40. Todestag von Herbert Dunkel, der seit 1945 in Norden lebte. Aus diesem Anlass widmet ihm das Ostfriesische Landesmuseum Emden in Zusammenarbeit mit der Stiftung Ostfriesland und öffentlichen wie privaten Leihgebern eine repräsentative Werkschau. Neben Landschaftsschilderungen, Stadt- und Hafenansichten stehen Bilder, die den Menschen fokussieren. Sie führen in die Welt des Zirkus ebenso wie in die Afrikanische Mythologie. Früh wandte sich der Künstler modernen Strömungen zu und fand über eine intensive Auseinandersetzung mit der internationalen Gruppe COBRA seinen Weg in eine expressive Abstraktion. Dunkels Schaffen besticht aber nicht nur durch die spannungsvolle Breite seiner Themen, sondern auch durch den souveränen und experimentierenden Umgang mit den künstlerischen Techniken. Zu sehen sind Zeichnungen, Aquarelle, Gemälde und Druckgraphik. |